Was ist Lightroom und welche Version ist die richtige für mich?

Lightroom ist eines der besten Tools für die Bearbeitung und Organisation von Fotos. Da es nicht nur ein Lightroom, sondern mehrere Varianten gibt, hast du dich bestimmt schon gefragt, welche die richtige für dich ist. In diesem Artikel lernst du die wichtigsten Unterschiede zwischen den Apps kennen und findest hoffentlich heraus, welche am besten zu dir passt.


1. Was ist Lightroom?

Lightroom ist eine Familie von Apps, die dir einen einfachen und effizienten Workflow für deine Bildbearbeitung ermöglichen. Über die Adobe Creative Cloud kannst du deine Fotos in Lightroom auf all deinen Geräten synchronisieren, bearbeiten, verwalten und speichern.

Zu der Produktfamilie zählen:

  1. Lightroom – Speicherung deiner Bilder in der Cloud und jetzt auch lokal möglich (Update: Oktober 2023)
  2. Lightroom Classic – die klassische „lokale“ Version

Lightroom war früher ausschließlich ein cloudbasiertes Ökosystem. Seit Oktober 2023 hast du nun auch die Möglichkeit, deine Bilder lokal zu speichern, zu verwalten und zu bearbeiten. Du kannst Lightroom auf all deinen Geräten nutzen:


Lightroom Classic ist eine Desktop-App für die lokale Bildbearbeitung auf einem Computer.

Lightroom für Mobilgeräte gibt es als:

  1. kostenlose Version
  2. Premium-Version

Lightroom kostenlos ist die Basis-Version ohne Anschluss an die Creative Cloud, mit den wichtigsten Werkzeugen und einer In-App-Kamera.


Lightroom Premium ist die Vollversion der mobilen App mit Anschluss an die Creative Cloud und mehr Funktionen.

Lightroom Web ist die Browser-Version von Lightroom und hat weniger Funktionen als Lightroom Premium und Lightroom auf dem Desktop.


2. Warum Lightroom?

Als Fotografin nutze ich Lightroom schon über zehn Jahre. Hier sind 6 Gründe, warum ich jede der Lightroom-Apps für ein großartiges Tool für die Bildbearbeitung halte.

  1. Mit den leistungsstarken und intuitiv zu bedienenden Werkzeugen bearbeitest du deine Fotos auf einem sehr hohen und professionellen Niveau.
  2. Die Bildbearbeitung ist nicht-destruktiv. Dadurch kannst du dem Originalzustand deiner Bilder immer wiederherstellen oder einzelne Schritte rückgängig machen, ohne dass die Bildqualität darunter leidet.
  3. Durch die übersichtliche Benutzeroberfläche und praktischen Funktionen zum Sortieren und Bewerten fällt es leicht, Ordnung in der Fotobibliothek zu halten.
  4. Mithilfe von Lightroom Presets, Voreinstellungen, kannst du mit wenigen Klicks einen einheitlichen Farblook erzeugen und deinen Workflow beschleunigen.
  5. Du findest im Netz viele Lightroom Tutorials und Presets, mit denen du deine Nachbearbeitung verbesserst.
  6. Durch die Verbindung zur Creative Cloud bist du sehr flexibel und hast deine Lightroom-Fotos auf all deinen Geräten immer mit dabei.

3. Lightroom Desktop vs. Lightroom Classic

Zwei der häufigsten Fragen, die mir immer wieder gestellt werden, sind: Wodurch unterscheidet sich Lightroom auf dem Desktop von Lightroom Classic und was kann ich mit den beiden Apps alles machen?

Bilder hinzufügen / importieren

Du kannst deine RAW- oder JPG-Fotos von deiner Kamera mit einem Kabel oder einem Kartenlesegerät direkt in Lightroom hinzufügen. Die Einstellungen für den Import sind in Lightroom Classic umfangreicher als in Lightroom.

Bildimport in Lightroom

In Lightroom hast du zwei Möglichkeiten, deine Fotos hinzuzufügen: du kannst deine Fotos entweder direkt in die Cloud hochladen oder sie lokal in einem Ordner auf einer Festplatte speichern.

Bilder, die du lokal speicherst, kannst du auch zusätzlich in die Cloud hochladen – gespeichert wird dann eine Kopie deines Fotos.

Bildimport in Lightroom Classic
Bildimport in Lightroom Classic

In Lightroom Classic werden deine Fotos nach dem Import an einem lokalen Speicherort deiner Wahl abgelegt. Entweder auf deinem Computer oder einer externen Festplatte. Du kannst selbst festlegen, in welcher Ordnerstruktur sie gespeichert werden und auch wie sie benannt werden sollen. Das Gute ist, dass du alle Einstellungen nicht jedes Mal neu machen musst. Mit einem Import-Preset legst du dir einfach eine Vorlage an und alles läuft automatisiert.

Das Herzstück von Lightroom Classic ist der Katalog, eine Datenbank, in der der Speicherort deiner Fotos und die zugehörigen Informationen gespeichert werden. Deine Fotos sind nicht im Katalog gespeichert. Wenn du also ein Backup machen möchtest, musst du deine Foto-Ordner und die Katalogdatei separat sichern.

Tipp: Mit Lightroom kannst du nicht nur Fotos von deiner Kamera importieren, sondern auch von deiner Festplatte hinzufügen.

Diese Dateiformate funktionieren:

  • JPEG
  • PNG
  • TIFF
  • PSD
  • HEIF/HEIC
  • DNG
  • Kamera RAW-Dateien*

*In der kostenlosen Mobile-App kann man Fotos im Kamera-RAW-Format nicht importieren und bearbeiten.

Du kannst auch Videos hinzufügen und in Lightroom bearbeiten. In Lightroom Classic ist die Bearbeitung leider nicht möglich.

Diese Videoformate werden unterstützt:

  • AVI
  • MP4
  • MOV
  • AVCHD

Bildorganisation

Deine Fotos werden in der Bibliothek gesammelt. Du findest sie in beiden Apps auf der linken Seite.

Bildorganisation in Lightroom auf dem Desktop

In Lightroom werden die Bilder nach dem Import automatisch in „Alle Fotos“ nach Datum sortiert. Wählst du ein Foto aus, kannst du gleich mit der Bearbeitung beginnen. Bei der weiteren Organisation helfen dir:

Bildorganisation in Lightroom Classic

Lightroom Classic ist in verschiedene Module unterteilt. Im Modul „Bibliothek“ siehst du nach dem Import auf der linken Seite die Ordner, in denen die Bilder erfasst wurden. Du kannst die Fotos direkt auswählen, in das Modul „Entwickeln“ wechseln und mit der Bearbeitung starten.

In LR Classic heißen „Alben“ „Sammlungen“. Mit einer „Smart-Sammlung“ organisierst du Fotos, die bestimmte Kriterien erfüllen. Fotos mit bestimmten Stichwörtern kannst du zum Beispiel so automatisch in einer Smart-Sammlung zusammenführen.

Tipp:
Du kannst Sammlungen auch mit Lightroom auf dem Smartphone synchronisieren. Ich habe zum Beispiel eine für LR-Classic-Fotos, die ich auf Instagram teilen will und spare mir dadurch den Umweg über E-Mail oder Airdrop.

Bildbearbeitung

Lightroom ist vor allem optimiert für die Bearbeitung von Bildern im RAW-Format. Die beiden Programme haben die gleichen Standard-Werkzeuge für die Bildbearbeitung. Trotzdem unterscheiden sich die beiden Apps in manchen Punkten.

Ich empfehle dir im RAW-Format zu fotografieren, damit du das meiste aus den Tools und deinen Bildern herausholen kannst.

Interface für die Bildbearbeitung in Lightroom

Lightroom ist sehr intuitiv. Unter „Licht“ und „Farbe“ findest du tatsächlich auch alle Bearbeitungswerkzeuge, die zu diesem Thema passen. Durch die einfachen Bezeichnungen fällt es leicht, die Funktionen zu verstehen. Die Werkzeugleiste befindet sich auf der rechten Seite.

Interface für die Bildbearbeitung in Lightroom Classic

Auch Lightroom Classic hat ein aufgeräumtes Interface für die Bildbearbeitung. Im Modul „Entwickeln“ findest du auf der rechten Seite die Werkzeuge für die Korrekturen. Die Bezeichnungen sind etwas anders und die Aufteilung auch.

Die Belichtung, Helligkeit und den Kontrast kannst du in Lightroom über das Werkzeug „Licht“ und in Lightroom Classic im Bereich „Tonwert“ einstellen.

Mit den Einstellungen „Temperatur und „Tönung“ stellst du die Farben neutral, wärmer oder kälter ein. Beide Apps verfügen über eine Pipette als Hilfsmittel für einen Weißabgleich.

Mit dem Regler „Sättigung“ beeinflusst du die Sättigung der Farben gleichmäßig.

Mit dem „Farbmischer“ in Lightroom und dem „HSL“-Werkzeug in LR Classic stellst du den Farbton, die Helligkeit und Sättigung einzelner Farben ein.

Mit den Slidern unter „Details“ in Lightroom und in Lightroom Classic korrigierst du die Schärfe deines Bildes und reduzierst das Rauschen in deinem Bild.

Die Gradiationskurve ist ein Werkzeug für Fortgeschrittene, mit dem die Helligkeit, der Kontrast und die Farben in einem Bild noch feiner angepasst werden. Mit der parametrischen Kurve (Icon mit der Welle) lassen sich die Helligkeitsbereiche abdunkeln und aufhellen. In Lightroom Classic gibt es zusätzlich 4 Schieberegler, die es auch Anfänger:innen ermöglichen dieses mächtige Werkzeug einfach zu bedienen.

Weitere Feature und Werkzeuge:

LightroomLightroom ClassicFunktionen
HistogrammHistogrammZeigt z. B. Über- oder Unterbelichtungen an.
Freistellen / ZuschneidenFreistellungsüberlagerungAusschnitt wählen, Bild drehen
GeometrieTransformierenPerspektive korrigieren
OptikObjektivkorrekturenObjektivfehler korrigieren
ReparaturpinselBereichsreparaturstörende Bereichen im Bild entfernen
MaskenMaskierungTeilbereiche im Bild korrigieren
EffekteEffekteKörnung und Vignette hinzufügen
Color Grading (Farben)Color GradingFarben verfeinern und korrigieren
FarbkalibrierungKalibrierungFarbannahmen im gesamten Bild ändern

Bearbeitungsworkflow

Für die Bearbeitung gibt es in Lightroom und Lightroom Classic ein paar praktische Funktionen, die dir helfen den gesamten Ablauf zu beschleunigen und einfacher zu gestalten.

Mit Presets kannst du Einstellungen mit einem Klick auf deine Fotos anwenden. Das ist praktisch, wenn du zum Beispiel bestimmte Farb- und Lichteinstellungen immer wieder für deine Fotos verwenden möchtest, um einen einheitlichen Farblook zu erzeugen. Lightroom und Lightroom Classic haben bereits ein paar Presets im Angebot. Du kannst auch eigene erstellen oder kaufen und dann in den Apps importieren.

Tipp:
Neu ist ein Schieberegler, mit dem du die Intensität eines Presets abschwächst oder verstärkst. Presets kannst du auch auf Videos anwenden und sie danach mit den Werkzeugen anpassen.

Mit dem Protokoll in Lightroom Classic ist es möglich jeden einzelnen Schritt deiner Bearbeitung wieder rückgängig zu machen. Auch den Originalzustand kannst du wiederherstellen. In Lightroom musst du die Schritte selbst protokollieren, indem du Versionen anlegst. Unter „Automatisch“ werden, nicht wie im Protokoll, alle Schritte gespeichert.

Praktisch ist auch die Möglichkeit Duplikate von deinen Fotos anzulegen, wenn du zum Beispiel mehrere Bearbeitungsvarianten ausprobieren möchtest. Wenn Duplikate bereits bearbeitet waren, kannst du auch ihren Originalzustand wiederherstellen. In Lightroom Classic heißt ein Duplikat „Virtuelle Kopie“.

Auch die Stapelbearbeitung, das Anwenden von Einstellungen auf mehrere Fotos gleichzeitig, geht mit beiden Apps. In Lightroom funktioniert das „Batch Editing“ über „Copy and Paste“ und in Lightroom Classic gibt es dafür die Schaltfläche „Einstellungen synchronisieren“.

Bildexport

Beim Bildexport geht es darum, eine Kopie deines Bildes für einen bestimmten Zweck zu speichern.

Exporteinstellungen in Lightroom
Exporteinstellungen in Lightroom

In Lightroom hast du eine große Auswahl an Einstellungsmöglichkeiten:

Unten links erhältst du eine Vorschau, wie groß deine Datei nach dem Export werden wird. Lightroom Classic hat diese Anzeige nicht.

Tipp:
Wähle den Bildtyp „Original + Einstellungen“ aus, wenn du RAW-Fotos und deine Bearbeitungen sichern möchtest. Die Bearbeitungen werden in einer XMP-Datei gespeichert. Du kannst RAW-Dateien zusammen mit ihren XMP-Dateien auch in Lightroom hinzufügen. Dadurch gehen keine Bearbeitungen verloren.

Exporteinstellungen in Lightroom Classic
Exporteinstellungen in Lightroom Classic

Lightroom Classic verfügt über noch mehr Einstellungsmöglichkeiten zum Speichern von Fotos. Du kannst zum Beispiel auswählen, in welchem Ordner die Dateien gespeichert werden. Durch das Anlegen von Presets für unterschiedliche Zwecke, zum Beispiel für den Druck, Instagram oder deinen Blog, sparst du viel Zeit.

Bilddruck

Wenn es um das Thema Drucken geht, hat Lightroom Classic eindeutig die Nase vorn. Das heißt jedoch nicht, dass du mit der cloudbasierten Version keine Bilder für den Druck optimieren kannst.

„Buch“ Modul in Lightroom Classic
„Buch“ Modul in Lightroom Classic

In Lightroom Classic kannst du im Modul „Buch“ ein Fotobuch mit Vorlagen layouten und deine RAW-Fotos direkt in das Layout einsetzen. Gedruckt wird bei Blurb.

„Drucken“ Modul in Lightroom Classic
„Drucken“ Modul in Lightroom Classic

Im Modul „Drucken“ gibt es verschiedene Vorlagen, mit denen du deine Fotos direkt aus Lightroom Classic aufs Papier bringst. Das Anlegen von eigenen Vorlagen ist auch möglich.

Softproof-Ansicht in Lightroom Classic
Softproof-Ansicht in Lightroom Classic

Für den Druck von Fine Art Prints über einen Fotoservice ist es von Vorteil, mit einem Softproof das Druckergebnis zu simulieren. Mit der Proof-Vorschau kannst du dann direkt dein Bild für den Druck vorbereiten. Für einen Softproof benötigst du ein ICC-Profil für das Papier, auf dem du drucken möchtest. Das bekommst du auf der Website des Anbieters als kostenlosen Download. Es funktionieren allerdings nur ICC-Profile, die im RGB-Farbraum angelegt sind.

Tipp:
Für den Druck im CMYK-Farbraum ist die Bearbeitung in Photoshop besser geeignet. Du kannst deine Fotos von Lightroom Classic und Lightroom aus in Photoshop öffnen. Es wird dann eine neue Datei erstellt, die auch in der Lightroom-Bibliothek gespeichert wird.

Beide Lightroom-Varianten haben viele Exporteinstellungen, die für den Druck hilfreich sind. Wenn du zum Beispiel hochauflösende Bilder weitergeben möchtest, kannst du auch ins TIF-Format exportieren.

Kosten

Du kannst Lightroom oder Lightroom Classic nicht als einzelne Apps kaufen. Stattdessen benötigst du ein Abo bei Adobe, mit dem du bestimmte Apps im Paket für die Nutzung buchst. Der Abschluss eines kostenlosen Probe-Abos ist auch möglich.

Für Lightroom Classic benötigst du ein Foto-Abo. Das kostet ca. 12 Euro. Du hast zusätzlich 20 GB Speicherplatz in der Creative Cloud und kannst auch das cloudbasierte Lightroom in vollem Umfang nutzen. Photoshop ist auch in dem Paket enthalten. Für ca. 24 Euro erhältst du 1 TB Cloud-Speicher.

Wenn du dich für Lightroom entscheidest und du Lightroom Classic und Photoshop nicht nutzen möchtest, kommt das Lightroom-Abo mit 1 TB Speicherplatz für dich infrage. Das kostet ca. 12 Euro.

Solltest du dir noch unsicher sein, welche Version die richtige ist, empfehle ich dir das Foto-Abo zu testen, da du dann beide Programme ausprobieren kannst. Entscheidest du dich für Lightroom, kannst du das Abo auch nachträglich noch in ein Lightroom-Abo umwandeln.

Tipp:
Es ensteht der Eindruck auf der Abo-Vergleichsseite, dass es das Foto-Abo nur für den teureren Preis von ca. 24 Euro gibt. Wenn du auf den Button „Kostenlos testen“ klickst, kannst du jedoch auch die günstigere Variante auswählen.

Download und Installation

Nachdem du dich bei Adobe registriert und ein Abo abgeschlossen hast, installiere die Creative-Cloud-App auf deinem Computer. Über die App verwaltest du deine Programme, die in deinem Abo-Paket enthalten sind. Von dort aus kannst du Lightroom installieren und Updates machen.

4. Lightroom Mobile vs. Lightroom Desktop

Solltest du dich für ein Abo und das cloudbasierte Lightroom entscheiden, kannst du die Lightroom Mobile-App auch auf deinem Handy oder Tablet als Vollversion nutzen. Zwischen der Mobile- und Desktop-Version gibt es ein paar kleine Unterschiede:

Beachte:
Verwende die selben Login-Daten des Adobe-Kontos, mit dem du auch dein Abo gebucht hast, damit die Fotos und Presets mit Lightroom auf dem Desktop synchronisiert werden und du den vollen Funktionsumfang nutzen kannst.


Lightroom Mobile kostenlos vs. Lightroom Premium

Dir ist das Lightroom- und Foto-Abo zu teuer? Oder du möchtest Lightroom nur mobil auf deinem Smartphone und/oder Tablet nutzen? Dann kommt für dich entweder die kostenlose Lightroom Mobile-Version oder Lightroom Premium infrage. Wie unterscheiden sich die beiden Versionen?

Bildaufnahme

Eines der besonderen Feature von Lightroom für Mobilgeräte ist die Kamera-Funktion. Das praktische daran ist, dass du Fotos mit der App machst und sie am selben Ort gleich bearbeiten kannst.

Bereits mit der kostenlosen Version kannst du alle Modi nutzen, die es gibt:

Auch das Fotografieren im RAW-Modus ist möglich. Das RAW-Dateiformat heißt DNG. JPGs gehen natürlich auch.

Bildimport

Mit Lightroom Premium kannst du RAW-Fotos von einer DSLR- oder Systemkamera in Lightroom importieren. Das geht mit der kostenlosen Variante nicht. Du kannst allerdings Bilder im RAW-Format DNG hinzufügen.

Auf iOS Geräten benötigst du ein ein Lighting-auf-SD-Kartenlesegerät für den Bildimport.

Tipp:
Mit beiden Versionen besteht die Möglichkeit Fotos und Videos, die du mit der Standard-Kamera-App deines Mobilgerätes machst, automatisch in Lightroom zu importieren. Da du mit Lightroom keine Videos aufnehmen kannst, ist diese Funktion praktisch für alle, die ihre Videoclips zum Beispiel schnell mit Presets bearbeiten wollen.

Bildorganisation

Mit der kostenlosen Version werden deine Bilder lokal auf deinem Smartphone oder Tablet gespeichert. Einen Zugriff auf die Originale hast du aber nur über Lightroom. Die App kannst du dir zwar auf mehreren Mobilgeräten installieren. Die Fotos lassen sich jedoch nicht auf deinem Smartphone und Tablet synchronisieren. Das bedeutet, dass deine Fotos nicht automatisch und gleichzeitig auf mehreren Geräten verfügbar sind.

Mit Lightroom Premium werden deine Bilder nicht lokal, sondern in der Creative Cloud gespeichert. Dadurch hast du den Vorteil, dass du deine Fotos auf mehreren Mobilgeräten synchronisieren kannst.

Alle weiteren Feature für die Bildorganisation sind wie in Lightroom auf dem Desktop. Hier noch einmal eine kurze Zusammenfassung:

Tipp: Mit einem Premium-Abo kannst du auf deine Fotos auch in Lightroom Web auf einem Desktop-Computer zugreifen. Ich finde diese Option praktisch für Foto-Präsentationen in einer größeren Ansicht. Bestimmte Bearbeitungs- und Exportfunktionen sind jedoch eingeschränkt und die Ladezeit der Fotos ist recht lang, da die App im Browser läuft. Deshalb ist Lightroom Web kein vollwertiger Ersatz für Lightroom auf dem Desktop, aber trotzdem ein nettes Feature.

Bildbearbeitung

Die meisten Bildbearbeitungswerkzeuge sind bereits kostenlos:

Welche Funktionen die Werkzeuge haben, erfährst du weiter oben.

Mit der Premium-Version kommen diese Werkzeuge hinzu:

Auch die Bearbeitung von Videos ist erst mit der Premium-Version möglich.

Bildbearbeitungsworkflow

Eigene Presets installieren, erstellen und auf Fotos anwenden, geht bereits mit der kostenlosen Mobile-App. Unter „Deine“ (Smartphone) und „Bibliothek“ gibt es eine kleine Auswahl an Presets zum Ausprobieren.

Mit Lightroom Premium kannst du außerdem

Die Stapelbearbeitung funktioniert erst mit der Premium-Version. Du kannst aber Einstellungen kopieren und dann auf einzelne Fotos anwenden.

Auch das Erstellen von „Versionen“ ist mit der kostenlosen und Premium-Variante möglich.

Erfahre mehr über diese Feature in diesem Artikel.

Bildexport

Das Speichern von Fotos für andere Zwecke über den Bildexport ist in der kostenlosen Version nicht eingeschränkt. Du kannst alle Einstellungen der Mobile-App nutzen.

Kosten

Wenn du deine Fotos nur mobil bearbeiten und den vollen Funktionsumfang ausschöpfen möchtest, musst du keines der teureren Abos abschließen. Es gibt noch das „versteckte“ im Vergleich günstigere Premium-Abo direkt in der Mobile App. Es wird nicht auf der Adobe-Website angeboten. Du bekommst außerdem 100 GB Speicherplatz in der Creative Cloud. Lightroom Premium kostet ca. 5 Euro im Monat.

Download

Du kannst die App kostenlos im App- oder Play-Store auf deinem Mobilgerät herunterladen. Das Abo schließt du dann direkt über die App und deinen Store-Account ab.


Welches Lightroom ist das richtige für mich?

Lightroom kostenlos ist die beste Version für dich, wenn

Lightroom Premium ist die beste Version für dich, wenn

Lightroom (auf dem Desktop) ist die beste Version für dich, wenn

Lightroom Classic ist die beste Version für dich, wenn


Welches Abo ist das richtige für mich?

In dieser Tabelle findest du alle Abos für die Bildbearbeitung auf einen Blick.

Premium-Abo 100 GBLightroom-Abo 1 TBFoto-Abo 20 GBFoto-Abo 1TB
Lightroom Mobile (Premium)JaJaJaJa
Lightroom (Desktop)NeinJaJaJa
Lightroom ClassicNeinNeinJaJa
Photoshop (Desktop)NeinNeinJaJa
Lightroom WebJaJaJaJa
Creative-Cloud-Speicherplatz100 GB1 TB20 GB1 TB
Wo du das Abo abschließen kannstIn LR Mobile > App- und Play-StoreAdobe-WebsiteAdobe-WebsiteAdobe-Website
KostenCa. 5 EuroCa. 12 EuroCa. 12 EuroCa. 24 Euro

Fazit

Seit über zehn Jahren arbeite ich mit Lightroom Classic und schätze die vielen ausgefeilten Funktionen sehr. Aber die neueste Version von Lightroom, die ja ursprünglich nur cloudbasiert war, hat nachgelegt: Jetzt kann man auch lokal Fotos speichern, verwalten und bearbeiten. Das macht Lightroom für mich durchaus interessanter und rückt es näher an die Möglichkeiten von Lightroom Classic heran. Ich mag die minimalistische Benutzeroberfläche von Lightroom echt gerne. Aber da ich schon so lange mit Lightroom Classic arbeite und mir noch ein paar Dinge in Lightroom fehlen, bin ich noch nicht ganz bereit für den vollen Umstieg. Es sind spezielle Funktionen wie die für die Druckvorbereitung, die Import- und Export-Presets und die präziseren Einstellungsoptionen für die Entwicklung meiner Presets, die mich momentan noch bei Lightroom Classic halten.

Seit ein paar Jahren bin ich ein großer Fan der Lightroom Mobile-App, da ich viel mit meinem Smartphone im RAW-Format fotografiere und meine Fotos auch von unterwegs mit meinen Presets bearbeite. Ich habe ein Foto-Abo und kann dadurch die Premium-Funktionen nutzen. Andere Apps wie VSCO, Snapseed oder Retouch benötige ich nicht mehr – Lightroom auf dem Handy ist für mich die All-In-One-Lösung.

Lightroom, so oder so, ist ein professionelles Tool nicht nur für Fotograf:innen, sondern auch für Selbstständige und Kreative, die einen hohen Anspruch an ihre Fotos haben und ihren Workflow vereinfachen wollen.


Häufige Fragen

Was sind Lightroom Presets und wie kann ich sie installieren bzw. importieren?

Eine Beschreibung und detaillierte Anleitung von mir findest du hier.

Was ist der Unterschied zwischen Lightroom und Photoshop?

Lightroom ist ein All-In-One-Tool speziell optimiert für die einfache Organisation und schnelle, professionelle Bearbeitung von Fotos zur Erleichterung deines Workflows. Photoshop ist am besten geeigent für die detaillierte Bildbearbeitung und High-End-Retusche. Das Programm hat mehr und noch feinere Werkzeuge, als Lightroom Classic. Portrait-Retuschen oder Montagen, die mit Lightroom oft nicht machbar sind oder zu zeitintensiv werden, schafft Photoshop auf alle Fälle. Mit Photoshop kannst du außerdem Grafiken mit Fotos erstellen. Es ist also nicht nur ein Programm für die Bildbearbeitung. Wichtig zu wissen ist noch, dass Photoshop nicht die Organisation deiner Bilder übernimmt. Dafür benötigst du Adobe Bridge, eine weitere App von Adobe.

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