3 Lichtarten, mit denen ich draußen entspannt fotografiere

Licht vor der Golden Hour am Abend

Licht ist das Thema in der Fotografie, das mich am Anfang einige Nerven gekostet hat. Besonders draußen wirkte das natürliche Sonnenlicht auf mich abstrakt, unkontrollierbar und ich hatte großen Respekt vor dem Moment, meine Fotos in Lightroom anzusehen und festzustellen: das Licht war eine Katastrophe und meine Bilder leider auch. Kommt dir das bekannt vor?

Meine gute Nachricht für dich ist, dass das Sonnenlicht gar nicht so unberechenbar ist, wie du vielleicht denkst. Es gibt für mich drei Lichtarten, mit denen bestimmt auch du entspannt draußen fotografierst.


Licht 1

Weiches Licht vor und nach der Golden Hour

Alle schwärmen von der Golden Hour. Das ist ein kleines Zeitfenster kurz nach dem Sonnenaufgang und kurz vor dem Sonnenuntergang, in dem das Licht besonders warm und weich ist. Doch es ist trotzdem nicht so ganz einfach, gute Fotos in der Golden Hour zu machen. Das liegt zum Beispiel daran, dass das Licht sich minütlich verändert und der Kontrast zwischen Himmel und Landschaft sehr hoch ist. Dadurch ist es schwerer ein gut belichtetes Bild hinzubekommen. Einfacher ist es, wenn du ein paar Stunden nach der Golden Hour am Morgen und vor der Golden Hour am Abend fotografierst. Das Licht ist dann sehr weich, gleichmäßig und leichter zu kontrollieren. Es gibt Apps, mit denen du die Golden Hour ermitteln kannst.

Das Licht eignet sich für alle Arten der Fotografie.


Licht 2

Flaches Licht an bedeckten Tagen

Tage, an denen der Himmel komplett von Wolken bedeckt ist, sind ideal, um draußen zu fotografieren, ohne mit störenden Schatten und Glanzstellen rechnen zu müssen. Die Wolken wirken wie ein großer Diffusor, der das Sonnenlicht streut. Dadurch wird die Lichtquelle größer und erzeugt weniger Kontraste. Flach bedeutet, dass es nur einen geringen Unterschied (Kontrast) zwischen hellen und dunkeln Stellen (Lichtern und Schatten) gibt. Es ist also eigentlich nicht das Licht das flach ist, sondern das Bild. Für Landschaftsfotos ist es oft weniger geeignet, da weite Szenen erst durch die Kontraste lebendig werden. Ich nutze flaches Licht am liebsten, um Makroaufnahmen in der Natur oder im Garten von Blumen zu machen, um in der Stadt schöne Eingänge oder Tischszenen zu fotografieren oder aber für natürliche Portraits. Denn die Haut sieht in flachem Licht sehr gleichmäßig und schmeichelhaft aus.

Wenn du mehr Licht brauchst, positioniere dein Motiv neben einer weißen Wand und nutze sie als Reflektor, um deine Szene aufzuhellen.


Licht 3

Weiches Licht im Schatten

Um direktes und hartes Licht zum Beispiel in der Mittagszeit mache ich meistens einen großen Bogen. Es verursacht unschöne harte Schatten und Lichter, die im Bild störend wirken können und ohne zusätzliches Equipment schwer zu kontrollieren sind. Anstatt auf einen Wolkentag oder den richtigen Zeitpunkt zu warten, fotografiere im Schatten. Ab besten sind Orte, an denen das Licht nicht von oben direkt auf deine Szene scheint. Zum Beispiel unter einem weißen Sonnenschirm, unter einem Dach oder neben einer Wand, die einen Schatten wirft. Achte darauf, dass du nicht zu tief in schattige Bereiche gehst, da das Licht sonst zu flach wird und zu wenig Kontraste erzeugt werden.


Immer auf eine korrekte Belichtung achten

Unabhängig davon, welches Licht du gerade hast: Achte beim Einstellen der Belichtung mit deiner Kamera darauf, dass die hellen Bereiche nicht überbelichtet und die dunklen Bereiche nicht unterbelichtet werden. Meine Fotos sind tendenziell eher unterbelichtet, denn überbelichtete Stellen lassen sich auch in einer RAW-Aufnahmen nicht wiederherstellen.

In sehr kontrastreichen Lichtsituationen kann das herausfordernd sein. Für Landschaftsaufnahmen und Stilleben nutze dann die HDR-Funktion in deiner Kamera oder Kamera-App für bessere Ergebnisse. Wichtig ist, dass du deine Kamera während der Aufnahme ganz still hältst.

Fotografiere außerdem im RAW-Modus. Dann hast du später in der Bildbearbeitung mehr Spielraum, Details in den Lichtern und Schatten wiederherzustellen.

2 Kommentare

    1. Hey Susanne,
      freut mich! Mir selbst hat es auch geholfen, aufzuschreiben, mit welchem Licht ich eigentlich fotografiere, da ich auch sehr intuitiv vorgehe. Aber die Intuition beruht ja auch auf Erfahrungen und die sind es, die so wertvoll sind.
      Liebe Grüße
      Svenja

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