Finde heraus, welche Lightroom-Variante am besten zu dir passt

Was mir an Lightroom besonders gefällt, sind die einfachen und richtig gut funktionierenden Werkzeuge für die Bildbearbeitung. Doch gar nicht so einfach ist die Entscheidung, welche Software-Variante am besten zu einem selbst passt. Auf der einen Seite gibt es Lightroom als „Cloud-basierten Fotodienst” und auf der anderen Lightroom Classic. Doch dazwischen liegen noch weitere Optionen. Ich zeige dir hier 4 Varianten und ihre groben Unterschiede.


Stand: 17. Januar 2021

Variante 1

Kostenlose Lightroom-App fürs Smartphone

Gut für: Smartphone-User*innen mit und ohne Grundkenntnisse, die Lightroom ausprobieren möchten und ihre Fotos auf ein höheres Level bringen wollen.

Mit der kostenlosen Version der Lightroom-App auf deinem Smartphone hast du bereits ein starkes Tool an deiner Seite. In diesem Artikel erkläre ich dir, wie du mit den kostenlosen Grundwerkzeugen deine Bilder bearbeitest. Zum Beispiel durch das Anwenden von Presets (Vorgaben), mit denen du deinen Bildern einen einheitlichen Look verleihst.

Deine Bilder werden, sowie du es von deiner vorinstallierten Foto-App kennst, lokal auf deinem Smartphone oder Tablet gespeichert. Die App kannst du dir zusätzlich auch auf deinem Tablet installieren. Die Fotos lassen sich jedoch nicht auf deinen Geräten synchronisieren. Das bedeutet, dass deine Fotos nicht automatisch und gleichzeitig sowohl auf deinem Smartphone und auf deinem Tablet verfügbar sind, sowie es mit der Pro-Version (Variante 2) möglich ist.

Denke daran, immer ein Backup von all deinen Fotos und auch deinen Presets zu machen. Denn durch neue Updates kann es passieren, dass Dateien in der App verloren gehen. Gut ist auch, Updates ein paar Tage abzuwarten und zu prüfen, ob es Probleme gibt.

Mit an Bord ist auch die Kamera, mit der du manuell, RAW und HDR fotografieren kannst. Alle Fotos, die du direkt mit der Lightroom-Kamera aufnimmst, werden auch in der App gesammelt und lokal auf deinem Smartphone gespeichert.

Die App gibt es kostenlos im App-Store auf deinem Android- oder iOS-Gerät.


Variante 2

Lightroom Cloud-basiert für Mobilgeräte

Gut für: Mobile-User*innen, die einen einfachen mobilen Foto-Workflow für ihre Smartphone- und DSLR-Fotos brauchen und mit noch mehr Werkzeugen das beste aus ihren Bilder herausholen wollen.

Mit dieser kostenpflichtigen Lightroom-Version für Mobilgeräte werden dir zusätzliche Werkzeuge freigeschaltet, mit denen du deine Bilder noch gezielter und genauer bearbeiten kannst. Zum Beispiel die „Selektive Korrektur“. Mit dem Tool änderst du die Farbe oder Belichtung von nur bestimmten Bildbereichen. Super ist auch das Reparatur-Werkzeug, um störende Bildelemente zu entfernen. Du hast außerdem die Option nicht nur den Ausschnitt, sondern auch die Perspektive zu korrigieren, falls bei deiner Aufnahme Bildverzerrungen entstanden sind. Das geht mit dem „Geometrie“-Werkzeug. Mit den Batch-Einstellungen sparst du Zeit, denn du kannst mit ihnen Korrekturen und Presets auf mehrere Bilder gleichzeitig anwenden.

Deine Bilder werden in der Adobe Creative Cloud gespeichert und auf all deinen mobilen Geräten, auf denen du die App installiert hast, synchronisiert. Wenn du zusätzlich ein Tablet hast, kannst du dir deine Bilder auch in Groß ansehen und dadurch detaillierter bearbeiten. Das ist vor allem von Vorteil, wenn du deine Fotos in einem größeren Format, zum Beispiel auf deiner Website veröffentlichen möchtest.

Für Nutzer*innen, die nur mobile Apple Geräte haben: Nutze die Airdrop-Funktion, um deine Bilder zwischen einem mobilen Gerät und deinem Desktop-Computer auszutauschen.

Mit dieser Premium-Version kannst du auch RAW-Fotos von deiner DSLR- oder Systemkamera direkt in Lightroom per Kabel importieren. Das geht mit einem Lightning auf USB Kamera-Adapter oder dem Lightning auf SD Kartenlesegerät.

Lade dir die Lightroom-App kostenlos im App-Store auf deinen mobilen Android- oder iOS-Geräten herunter. Tippe auf das Symbol ganz oben rechts, um zu den Einstellungen zu gelangen und tippe dann auf Premium-Funktionen. Es öffnet sich ein Dialogfenster, über das du zunächst ein kostenloses Probeabo abschließen kannst.


Variante 3

Lightroom Cloud-basiert für Mobilgeräte + Desktop

Gut für: Mobil- und Desktop-User*innen, die ihren gesamten Foto-Workflow vereinfachen wollen, den vollen Funktionsumfang möchten und auch mit einer DSLR-Kamera fotografieren.

Mit dieser kostenpflichtigen und teureren Version kannst du Lightroom zusätzlich auch auf deinem Desktop nutzen. Deine Bilder werden also auf deinen Mobilgeräten und deinem Desktop-Computer synchronisiert. Wenn du dir also früher deine Fotos per E-Mail zugeschickt oder in die Dropbox gelegt hast (so wie ich), damit du sie auf dein Smartphone bekommst, dann gehört das jetzt der Vergangenheit an. Ein großer Vorteil ist natürlich auch, dass du deine Bilder durch die größere Ansicht viel genauer bearbeiten kannst.

In der Desktop-Anwendung kannst du außerdem ein Backup deiner Bilder auf deiner lokalen oder externen Festplatte machen.

Da du für diese Variante nicht zwingend weiteren Programme (z. B. Lightroom Classic und Photoshop) benötigst, kommt das „Lightroom-Abo“ mit 1 TB Speicherplatz infrage. So findest du es: Gehe auf die Website des Herstellers, wähle die Rubrik „Lightroom“ aus und klicke auf „Abos vergleichen“. Lese dir dort alles in Ruhe durch, da sich der Artikel eventuell nicht auf dem aktuellen Stand befindet, wenn du das hier liest.


Variante 4

Lightroom Classic + Lightroom Cloud-basiert

Gut für: PRO-Mobil- und Desktop-User*innen, die mit Lightroom Classic sehr vertraut sind oder bereit dazu sind, viel Zeit zum Lernen aufzuwenden, ihre Bilder oft professionell drucken und ihre Daten nur teilweise in der Cloud speichern wollen. Ich nutze diese Variante.

Diese kostenpflichtige Variante ist mächtiger aber auch deutlich komplizierter in der Anwendung, als die anderen. Lightroom Classic ist ein klassisches Desktop-Programm und bei vielen Fotografen sehr beliebt, weil es komplexe Workflows stark vereinfacht.

Für alle Einsteigerinnen erfordert die Software sehr viel Know How und eine lange Einarbeitungsphase, um von dem großen Funktionsumfang auch profitieren zu können. Besonders komplex ist das Verwaltungs- und Backupsystem, das gar nicht so einfach zu erklären ist.

Ich arbeite schon sehr lange mit Lightroom Classic in Kombination mit Photoshop. Als ich mit der Bildbearbeitung startete, gab es das Cloud-basierte Lightroom noch nicht. Als Fotografin verwende ich die Software voranging für die Bearbeitung meiner Kundenbilder, die ich hauptsächlich mit meiner Systemkamera mache und für meine privaten Fotos, die ich nicht in der Cloud speichern möchte. Meine Smartphone-Fotos für Instagram und meine Website hingegen bearbeite und verwalte ich mit dem cloudbasierten Lightroom. Und das gefällt mir richtig gut!

Wer es auf die Spitze treiben möchte, kann seine Fotos aus der cloudbasierten Lightroom-App mit Lightroom Classic synchronisieren. Dadurch kannst du zum Beispiel deine Smartphone-Fotos auch mit den Lightroom-Classic-Werkzeugen auf dem Desktop bearbeiten. So einfach wie es klingt, ist es jedoch leider nicht, da die beiden Programme nicht dieselbe Sprache sprechen. Für einen reibungslosen Workflow brauchst du wieder zusätzliches Know How.

Gehe auf die Website von Adobe, wähle dann die Rubrik „Lightroom“ aus und klicke auf „Abos vergleichen“. Du kannst dich zwischen zwei Abos entscheiden, die Lightroom Classic enthalten. Deine Entscheidung hängt davon ab, wieviel Speicherplatz du in der Cloud benötigst und natürlich wie groß dein Budget ist.


Mein Fazit

Wenn du bereits mit Lightroom Classic vertraut bist und du auf die vielen Einstellungsmöglichkeiten nicht verzichten möchtest, wird sich ein kompletter Umstieg auf die Lightroom Cloud-Version vielleicht als eine Enttäuschung entpuppen. Dann mache es so wie ich und probiere das Cloud-basierte Lightroom für deine Smartphone-Fotos wie in Variante 4 nebenher aus.

Solltest du jedoch viele Funktionen gar nicht genutzt und dich eher überfordert gefühlt haben, könnte ein Umstieg auf die Variante 3 interessant für dich sein. Da die Cloud-Version sowieso in deinem Foto-Abo inbegriffen ist, empfehle ich dir das ganze „Ökosystem“ einfach mal parallel auf deinem Desktop oder mobil auszuprobieren. Mir gefällt die Cloud-basierte Benutzeroberfläche sehr gut, weil sie wesentlich ruhiger und minimalistischer ist.

Wenn du noch nicht so sehr mit der Bildbearbeitung vertraut bist, rate ich dir auf jeden Fall dazu erst einmal mit der kostenlosen Variante 1 einzusteigen. Variante 2 ist ideal, wenn du keinen Dektop-Computer hast und trotzdem über ein Tablet deine Fotos in einer großen Ansicht bearbeiten möchtest. Oder wenn du einfach nur die zusätzlichen Premium-Funktionen wie die „Reparatur“ nutzen möchtest.

Ein guter Gedanke

Mehr Funktionen zu haben, bedeutet nicht immer, dass du besser Ergebnisse erzielen kannst. Mute dir gerade am Anfang nicht zu viel zu. Je einfacher dein Werkzeug für die Bildbearbeitung ist, desto intuitiver und selbstsicherer kannst du es benutzen und desto besser werden am Ende auch deine Fotos.

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